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veröffentlichte Texte

 

in drei unterschiedlichen Formen:

 

 

I. Essays    -    II. Lyrik    -    III. Erzählungen

 

I. Essays

 -  aus gesellschaftskritischem Blickwinkel  -

                                      1. "Dankbarkeit"

Eine Welt, die ausschließlich und in extremster Weise auf materielle Werte ausgerichtet und geprägt ist, kennt Dankbarkeit nicht. Sie kann diese gar nicht kennen, denn jedes Ding, jede Ware, jede Leistung, jeder Rat, ja beinahe jedes Wort hat seinen Preis und ist sofort zu 'entgelten'. „Umsonst ist nur der Tod!“ ist die beliebteste Erklärung für alles, auch wenn für nur absolute Nichtigkeiten die Hand aufgehalten wird. Woraus soll sich da auch nur der Ansatz einer Notwendigkeit für das Wörtchen 'danke' ergeben? Dieses verliert sich immer mehr im materiellen Nebel mitsamt seinem tieferen Sinn und seiner ausstrahlenden Kraft auf Sender wie Empfänger. Man nimmt und bezahlt bzw. man gibt und kassiert. So sollten wir auch nicht erstaunt sein, dass selbst die kleinen menschlichen Hilfen im Alltag beinahe nur noch dort zu finden sind, wo sie als Dienstleistung in einer festen Preisliste kalkuliert und zur Rech-nungsstellung ausgewiesen sind.

 

So stellt sich unsere derzeitige Gesellschaft dem Betrachter von außen dar. Aber tun wir Menschen uns mit dieser Beschreibung nicht selbst sehr unrecht?

 

Vielleicht zum Teil, denn wir sollten auf keinen Fall übersehen, in welch höchst großzügigen Formen bei Katastrophenereignissen, bei Aufrufen zur allgemeinen Linderung von Not unter speziellen gesellschaftlichen Gruppen oder in gewissen Ländern viele Menschen oft zu staunenswerten Spenden bereit sind. Sie alle müssen doch sicher dankbar dafür sein, dass es ihnen um so viel besser geht und sie das Glück auf ihrer Seite haben. Sicher trifft das auf viele von ihnen zu. Aber sind wir doch ehrlich!

 

Echte Dankbarkeit hat möglicherweise ihren Anteil daran. Doch wie enorm hoch ist dabei der Anteil der alleinigen Gewissensberuhigung, die uns danach wieder ruhiger schlafen lässt? Denn durch unsere Spende haben wir uns schließlich freigekauft von der Pflicht, überall dort Menschen unsere Hand reichen zu müssen, wo es die jeweilige Situation von uns eigentlich menschlich immer fordert.

 

Nein, wahre Dankbarkeit sollten und dürfen wir nicht im Äußeren suchen!

 

Sie ist ausschließlich ein innerer, ein seelischer Drang des Glücks, der Freude, der Ruhe und Balance, ja vor allem der Zufriedenheit. Nur, was löst diesen Drang, freudig 'danke' sagen zu wollen und auch zu müssen, in uns aus? Immer dann – vielleicht sogar nur dann, wenn uns Situationen, Geschehnisse, Begegnungen, Worte oder auch ganz persönliche Geschenke ihren augenblicklichen inneren Wert bzw. 'Reichtum' bewusst werden lassen, durchströmt unsere Seelenwelt ein starkes Glücksgefühl. Genau dieses momentane Empfinden drängt uns dazu, ein

leises, aber intensives oder auch ein weit hörbares 'danke' loszuschicken an Mitmenschen, an

die Welt, sich selbst oder an Gott.

 

Zur Verdeutlichung: Nicht ein einziger äußerer materieller Wert kann diese wahrhaftige Dankbarkeit auslösen, sondern ganz allein unser innerer seelische Eindruck. Jeder Mensch, der solche inneren Empfindungen zulässt, wird selbst angerührt oder gar überwältigt sein von seinem Dankbarkeitsgefühl. Es lässt eine innere Harmonie entstehen, die man auch unter dem Begriff höchste „Zufriedenheit“ kennt. Ihr seelischer Zustand entspringt der Dankbarkeit, aber gleichzeitig bildet diese Zufriedenheit auch selbst wieder die Voraussetzung für wirklich dank-bare Gefühle.

 

Nur der in sich ruhende, wirklich zufriedene Mensch gerät nicht in den allseits vorhandenen Sog andauernder materieller Abhängigkeiten, deren Antrieb die immer neu entfachte Gier nach mehr ist. Diese wird im Materiellen nie eine Sättigung finden und damit einen Zustand von Zufriedenheit auch nicht im Entferntesten zulassen.

 

Wo also soll in solch einer extrem materialistisch ausgerichteten Welt, die sich in ihrem 'Hamsterrad' wie in einem Teufelskreis bewegt, Veranlassung oder Platz für echte Dankbarkeit sein?

 

                                                                   (Verfasser: Reinhard Heinz)

                                                

 

 

                                                 2. "Kinder"

"Sie sind unser Ein und Alles!" - Das ist eine weit verbreitete und die am häufigsten gehörte Aussage von Eltern, in allen Kulturen. Was wollen Menschen denn damit wirklich ausdrücken?

 

Man muss unterscheiden nach gedanklich-inhaltlicher Orientierung und Zielrichtung:

 

Ganz persönlich-individuell meinen Eltern:

 

Unsere Kinder sind das Einzige, was wir wirklich lieben, vielleicht mehr als uns selbst. Sie sind ein Teil von uns, in dem wir uns wiederfinden und unsere Lebensaufgabe erkennen können. Als unser Mittelpunkt verbinden sie sich mit unserem Lebensweg und geben damit auch einen nicht geringen Teil seiner Inhalte und Stationen vor. Ja, was wäre eigentlich unser Lebenssinn ohne sie?

 

Aus einem überwiegend sozialen Blickwinkel meinen Eltern aber auch:

 

Jedes Elternpaar braucht Kinder, um sich als vollwertige Familie fühlen zu können und als solche auch gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Ja wir brauchen Kinder als stete Helfer und Unterstützer bei unseren Alltagsaufgaben und als unsere Ernährer im Alter. Und so steht und fällt schließlich das Funktionieren und Überleben all unserer menschlichen Gesellschaften mit dem ständigen Vorhandensein von Kindern und den jeweils nachwachsenden jungen Generationen.

 

Den biologischen Aspekt schließen Eltern bei ihrem Satz, wenn auch weitgehend unbewusst, so doch genetisch veranlasst, mit ein:

 

Wir als Menschen unterscheiden uns hierin eigentlich nur zum Teil von allen anderen Lebe-wesen auf der Erde. Denn wie bei diesen sorgen unsere Triebe, genauer gesagt Gene, mit den entsprechend ausgeprägten Verhaltensmustern dafür, dass wir nicht vergessen, uns selbst, also unsere Gattung immer wieder zu reproduzieren und sie damit in ihrem Bestand zu sichern. Einziger Unterschied ist, dass wir Menschen die Größe unseres Bestands selber zu steuern und zu planen vermögen, als einzelnes Paar freiwillig wie auch gezwungen über staatliche Verord-nungen.

 

Erst die graue Zukunft wird vor Augen führen, ob unsere eigenplanerische und selbstverant-wortliche Hoheit über die Kinderplanung oder vielmehr die biologischen Determinanten von naturgegebenen Ausleseverfahren bei allen anderen Lebewesen erfolgreicher für die jeweilige Arterhaltung waren.

 

 

In jedem Fall und unter jedem Blickwinkel aber erkennen alle menschlichen Paare, sprich Eltern, die Wichtigkeit und Tragweite von Kindern, wenn sie ihren Satz äußern: „Sie sind unser Ein und Alles!“

 

 

 

                                                                      (Verfasser: Reinhard Heinz)

                                               

 

                                                   3. "Familie"

Familie ist das sichere, wohlbehütete und warme Nest eines jeden menschlichen Individuums. Familie ist die Keimzelle für jeden menschlichen Gruppenverband, für jedes gesellschaftliche Gebilde gleich welcher Größe, für jeden Staat ….. . Familie ist da, wo mehrere Generationen in verwandtschaftlich enger Beziehung unter einem Dach zusammenleben.

 

Nein, Familie ist doch nur ein Elternpaar mit seinen Kindern zusammen, sagt man.

 

Ja, und was ist dann ein Ehepaar ohne Kinder? Eine alleinerziehende Mutter bzw. ein eben-solcher Vater? Und was eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft? Und welche familiären Be-standteile weisen die in erstaunlichster Weise sich vermehrenden Singlehaushalte überhaupt noch auf?

 

Man sieht, die inhaltliche Vorstellung zu unserem Begriff 'Familie' birgt die unterschiedlichsten und mitunter auch völlig gegensätzliche Formen in sich. Allein der Zeitenlauf der letzten 100 Jahre wandelte unsere 'gesellschaftliche Keimzelle' in so drastischer Form, dass man schon fast geneigt ist, nur noch von einem rudimentären Überbleibsel zu sprechen, das nach allen Richtungen offen und für alle Experimente zu haben ist.

 

 

Aber ist denn das alles wirklich so schlimm für unsere Zivilisationsgemeinschaften? Gönnen wir doch den sehr rasch anwachsenden Gilden von Urlaubs- und Freizeitanimateuren, virtuellen Weltenschaffern, Psychotherapeuten und Psychiatern ihre extremen wirtschaftlichen Zu-wächse!

 

Sie mühen sich schließlich an vorderster Front ab in einem Kampf gegen Langeweile, psychische Verödung mit allen Auswirkungen und Folgen, Vereinsamungs- und Isolierungs-neurosen, Angstpsychosen, emotionalen und sozialen Bindungshemmungen bzw. Bindungs-psychosen sowie .....….. ! Keine Angst, dies betrifft weitgehend nur unsere sogen. westlichen überzivilisierten Kulturen! Oder sind etwa Schwellen- und Entwicklungsländer aller Art von jenen gesellschafts- und kulturdegenerierenden Bazillen und Viren in Folge der so oft zitierten 'Globalisierung' auch bereits in progressiver Weise vereinnahmt?

 

Sollte das so sein, dann müssten wir eben all unsere Hoffnung auf die Gott sei's gedankt noch existierenden wenn auch in verschwindend geringer Anzahl - Stämme von echten Natur-völkern setzen. Sie könnten, soweit sie sich als immun erwiesen haben, die rettenden Keim-zellen für ganz neue Familien in neuen gesellschaftlichen Verbänden darstellen und sei es auch nur als Nachahmungsmodelle.

 

Ja, dann hätten wir Menschen wieder alle Optionen, Familien so zu gründen und zu installieren,

dass sie in einer Zwei-Generationen-Gruppe oder wesentlich vorteilhafter noch in einem klei-neren oder größeren Mehr-Generationen-Clan-Verband ihre gesamte integrierende, schützende und stärkende Kraft auf jedes einzelne Mitglied ausstrahlen können.

 

Unsere Kinder würden wieder eingebettet in einem wirklichen Nest von Wärme und Zuneigung aufwachsen. Sinnvolle Beschäftigung und ein sich entwickelndes Verantwortungsbewusstsein für das Ganze würden alle Vereinsamungstendenzen und alle Formen von psychischen Defekten, die unsere momentan stark steigende Zahl von gescheiterten Familien massenweise und in erschreckender Ausprägung produzieren, von vornherein verhindern. Unsere Jugend wäre nicht mehr gezwungen, ganze Tage und Wochen vor brutalen, mordenden und sexistischen virtuellen Maschinen zu verbringen, weil eben der 'Rest' ihrer Familie wegen Nahrungserwerb nicht ansprechbar oder erreichbar ist.

 

Ausgrenzung und Isolierung unserer älteren Menschen mit allen Folgen würde als Problem erst gar nicht entstehen können, weil diese in allen notwendigen Formen und in sinnvoller Auf-gabenübertragung in der in sich geschlossenen Gruppe eingebettet wären, einschließlich notwendiger 'Heimpflege' bis zum Ableben.

 

Jetzt auch könnte es wieder zu einem harmonischen Miteinander in unseren Familien kommen: Jeder hat für den anderen ausreichend Zeit, unterstützt ihn und lässt ihm jede erforderliche Hilfe oder auch Pflege zukommen. Unsere Kinder vor allem wären in einem solchen menschlichen 'Netzwerk' nach allen Seiten verzahnt und könnten endlich wieder zu körperlich gesunden und was aus momentaner Sicht fast noch wichtiger erscheint – psychisch ausgeglichenen, in der eigenen Mitte stehenden und nicht von allen möglichen zivili-sationstechnischen 'Hexenmeistern' permanent umworbenen und abhängigen Wesen heran-wachsen.

 

Diese Sprösslinge wüssten mit Sicherheit wieder, was für den wünschenswerten Bestand und dauerhaften Erhalt der eigenen Familie und Gesellschaft notwendig bzw. völlig abträglich wäre.

 

Das Schreckgespenst einer anwachsend überalterten Gesellschaft aus heutiger Sicht, die allein schon wirtschaftlich-finanziell in keiner Weise auf Dauer tragfähig sein kann, wäre unter solchen Gegebenheiten und gewachsenen Strukturen völlig fremd und nicht vorstellbar. Harmonisches Zusammenleben im kleineren Kreis würde ohne Zweifel auch auf höheren Ebenen zu einem ausgewogenen Generationengefüge gerade auch im zahlenmäßigen Verhältnis zueinander führen. Einer so gewachsenen menschlichen Kultur könnte man, Vernunft und Weitblick auch bei der zivilisatorischen Entwicklung vorausgesetzt, eine lange Lebensdauer vorhersagen. Ja, und was wären denn nun eigentlich die Voraussetzungen für solche Familien und gesellschaftlichen Gruppierungen?

 

Angesichts unseres derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungsdesasters, welches zahlreiche Sackgassen in unterschiedlichen Bereichen und auf vielen Ebenen klar erkennen lässt, kann man eigentlich nur zu folgender Überzeugung kommen:   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

 

 

                                          (Auszug aus dem Gesamttext)

 

 

                                                                      (Verfasser: Reinhard Heinz)

 

 

 

 

    4. Worüber sich politische Führer und Geführte          bewusst sein  sollten

 

Wir Menschen neigen von unserer inneren Natur her zu zwei wesentlichen Verhaltens-mechanismen, die sich im Verlauf unserer gesamten Entwicklung zunehmend stärker ausgeformt und unser Zusammenleben aber ganz entscheidend geprägt haben:

der Drang zum 'Herdenleben'

der Wunsch und die Tendenz zum 'Sich-führen-lassen-wollen'

 

Beide Erscheinungen sind im Ursprung archaischer Natur und durch ein immenses Unsicherheits- bzw. Angstgefühl in einer als äußerst feindlich und gefährlich empfundenen Welt von Anfang an ausgelöst worden. Sehr bald stellten sich durch dieses Sammlungs-, Näherungs- und Übertragungsverhalten – so muss man doch annehmen – im günstigsten Fall deutliche Empfindungen von Sicherheit und Annehmlichkeit ein. Denn es ist schließlich ein überlebensentscheidender Unterschied, ob man seine Nahrung, sprich Beutetiere, völlig allein auf sich gestellt oder in einer Gruppe von Gleichgesinnten jagt. Weiterhin zeigt sich auch schnell der enorme Vorteil der Gruppen- oder Teamarbeit für das einzelne Individuum: Dieses ist nicht in jeder Ad hoc-Situation immer gleich gezwungen, sofort lebenswichtige Entschei-dungen zu treffen, Pläne für jedwedes neue Vorgehen sofort parat zu haben bzw. sich zurecht zu legen, also in permanentem Adrenalin-Höchstausstoßzustand zu sein. Das alles hat man ja schließlich seiner 'Horde' und im Besonderen deren Anführer übertragen. Der trägt doch für all dies die entscheidende Verantwortung und darüber hinaus verfügt er über alle hierzu erforderlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und das ganz spezielle Wissen. Und solange jener Anführer das auch Tag für Tag erfolgreich unter Beweis stellen konnte, war er als solcher allseits akzeptiert und besaß umfassende Führungsautorität. Diese reichte tief in alle Glie-derungsstrukturen seiner Horde bzw. des Stammes hinein, was wiederum die Voraussetzung für deren unbedingt zuverlässigen Zusammenhalt, intakte Geschlossenheit und Homogenität war. Ließen jedoch seine Kräfte und Führungsqualitäten erkennbar nach, wurde er aber auch rasch ausgetauscht, ob er dies nun selbst wollte oder nicht. Ähnliches geschah ebenfalls bei wiederholt grobem Fehlverhalten oder Führungsfehlern.

Niemand konnte sich so ohne ausreichend gesicherte Kompetenzen in die Führung mogeln oder gar auf längere Zeit dort fungieren.

 

Seit dieser archaischen Zeit sind mittlerweile viele Jahrtausende vergangen. Die menschliche Gesellschaft hat sich weiter entwickelt und verändert, kulturell 'veredelt', wie sie selbst meint.

Vor allem ist sie zahlenmäßig ganz enorm angewachsen, was viele, sehr viele organisatorische Höchstanforderungen mit sich brachte. Stammesverbände haben sich zu Landesteilen oder selbstständigen Ländern, sprich Staaten herausgeformt. Aus zusammengeschweißten Jagdgruppen wurden Kleinfirmen, Großbetriebe, Weltkonzerne. Die einzige durchgängige Gemeinsamkeit, die hier trotz allen Wandels erhalten blieb, ist die Zwecknotwendigkeit der Führungseinrichtung für den Einzelnen ebenso wie für die große Gemeinschaft.

Unsere menschlichen Lebensverbände benötigen eben trotz aller veränderten Binnen-strukturen, trotz extrem spezialisierter Arbeitsteilung mit ihren hochmodern entwickelten Automatismen auf fast allen Ebenen und trotz digitaler Computersteuerung so vieler Lebensbereiche eine Einrichtung immer noch wie schon vor hunderttausend Jahren, nämlich einzelne Menschen, welche kleine wie große Menschengruppen führen, koordinieren, zusammenhalten und bei Gefahren beschützen können, insbesondere nach außen.

 

Auch wenn in unserer Jetzt-Zeit nach wie vor einzelne Führer – männliche wie weibliche wohlgemerkt! - an der Spitze ihres Unternehmens als fachkundige Wirtschaftsführer bzw.            - manager oder als politische Staatenlenker stehen, ohne ihren jeweils im Hintergrund bienenemsigen, zum Teil auch völlig unnötig aufgeblähten Mitarbeiterstab könnte kein einziger von ihnen in seiner Funktion bestehen und wäre in höchster Hilflosigkeit dem absoluten Versagen ausgesetzt. Die weitestgehende Mehrheit von ihnen muss man also realistischerweise als abstrahierte Entscheidungsauslöser sehen. Das wirklich detaillierte und spezifische Wissen um Entwicklungsursachen, -zusammenhänge, -tendenzen sowie um deren mögliche Auswirkungen und Folgen ist in den genannten Stäben angesiedelt und wird nur fein dosiert und mundgerecht aufbereitet an die jeweilige Spitze durchgereicht.

Je mehr das einzelne Unternehmen bzw. die politische Organisation / Einrichtung in der Öffentlichkeit steht und je weitreichender deren Entscheidungsauswirkungen sind, desto höher und umfassender wird die jeweilige Machtfülle des Führers von der Masse der Geführten eingestuft und entsprechend zugebilligt.

Arbeiten nun all die fachintern und wissenschaftlich ausgebildeten Informations- und Beratungszuträger in sehr kluger, ausgewogener und ganz besonders in vorausschauender Weise, dann stellt sich meist auch unmittelbarer und mittelfristiger Erfolg im Entwicklungs-verlauf ein, welcher jedoch hauptsächlich Ansehen und Machtfülle der Führungsperson steigert.

 

Nur wären da nicht Menschen zu Gange, würden sich nach gewissen Zeitläufen nicht in deutlich erkennbarer Weise nachlassendes Einsatzbemühen und Pflichtbewusstsein dem Ganzen gegenüber zeigen. Eine Zunahme von Automatismen und einschleichenden Bequemlichkeiten,

verbunden mit dem Gefühl einer sicheren Machtposition, bremsen genau das aus, ja verhindern es sogar zu einem großen Teil, was Staatsverbände für einen gesicherten und gesunden Bestand wie für eine fruchtbare Vorwärtsentwicklung dringend benötigen, nämlich ein kreatives wie rasches Reagieren auf zentrale Veränderungen in den unmittelbaren Umgebungsvariablen, technischen wie soziokulturellen oder auch politisch-rechtlichen, in gleichem Maße aber auch ein durch und durch höchst verantwortungsbewusstes und vor allem vorausschauendes Planen und Organisieren von sich anbahnenden oder gar schon erkennbaren mittel- und länger-fristigen Erfordernissen weit über den Alltagshorizont hinaus. Ein Sich-Durchhangeln von Wahl zu Wahl bildet nämlich den genauen Gegenpol dazu.

 

 

Und genau hier berühren wir den Kristallisationspunkt aller krisenhaften Entwicklungs- und Zustandsformen unserer heutigen postindustriellen wie postmodernen Staaten bzw. Gesell-schaften:  . . . . . . .

 

 

 

. . . . . . .  Im Grunde wären ja alle diese Politiker-Argumente eigentlich 'Binsenwahrheiten' mit einer gewissen logischen Berechtigung, wenn da nicht die auffällig zunehmende Abwendung so vieler Geführter, sprich Bürger, von ihren Führern, sprich Politikern, immer mehr Unsicher-heiten und Unwägbarkeiten für unsere Gesellschaft mit sich bringen würde.

 

Wo liegen aber nun die wahren Ursachen für diese wachsende Abkehr von den politischen Parteien und ihren Führern, ja für eine deutlich spürbare Verdrossenheit so vieler Bürger in vielen Ländern?

 

Ganz offensichtlich wird man als eine der Ursachen die bereits oben erwähnte Einstellung so mancher politischer Führer einstufen müssen, nämlich politische Macht um der persönlichen Macht willen bzw. der der eigenen Partei. Wie sonst muss man das unbedingte Festhalten und Klammern an Führungspositionen erklären, obwohl völlige persönliche oder parteiinterne Fehleinschätzungen offen gelegt werden konnten oder gar zu erheblichen Negativ-Folgen für die Gesamtgesellschaft zu führen drohen. Vorwürfe wegen persönlicher Unzulänglichkeiten und Schwächen, fehlender fachlicher Kompetenz, ja auch deutlich mangelnder Kompetenz im allgemeinen zwischenmenschlichen Umgang werden brüsk abgewiesen und auch nicht im Ansatz reflektiert. Im Gegenteil, man unterstellt genau dieses dem politischen Gegenüber, den man sowieso von vornherein als 'Gegner' betrachtet, den es zu bekämpfen gilt. So hofft man aus der Schusslinie der öffentlichen Kritik zu kommen und den 'Gegner' genau dahin kurzerhand positionieren zu können.

Klammern an der Macht also, koste es, was es wolle, selbst wenn der Preis dafür das eigene Ansehen ist. In diesem Zusammenhang tragen ganz wesentlich als weitere Ursachen die unzäh-ligen, zu gut bekannten sogenannten Wahlversprechen von sehr vielen politischen Parteien, vertreten durch ihre Führungspersonen, bei. 

Natürlich erwartet das Wahlvolk klare Aussagen zu den Zielen und Plänen der Parteienkan-didaten für die Zeit nach der Wahl. Diese konkreten Aussagen unterliegen auch nicht unserer allgemeinen Kritik. In den Fokus der Ablehnung und zunehmenden Verärgerung seitens der kritischen Bürger gerieten über Jahrzehnte hinweg vielmehr jene äußerst großzügigen und zu vollmundigen Versprechungen durch führende Politiker in Wahlzeiten, von denen sie zu oft und zu gut selber wussten, dass sie im versprochenen Umfang oder in der genannten Zeit unter gar keinen Umständen je realisiert werden könnten.

Ja gut, der Mensch wird sich doch auch einmal irren dürfen, ohne dass ihm sofort böse Absich-ten unterstellt werden müssen, so lauteten schon immer häufige Rechtfertigungsreaktionen danach. 

Eine ganz entscheidende Kleinigkeit haben jedoch viele der nach Führungsmacht Strebenden bei solchen und ähnlich anderen Rechtfertigungsversuchen schon immer überhaupt nicht bedacht, wodurch sie sich auf Dauer nicht selten selbst schadeten. Sie haben nämlich bei ihrem eigenen Taktieren die Wählenden enorm unterschätzt in derem kritischen Beobachtungs-, Unterscheidungs-, Denk- und Erinnerungsvermögen. Und wer bei sich allein bzw. dem engsten Kreis seiner politischen Kaste den größten Teil der insgesamt vorhandenen Intelligenz vermutet, den darf man wegen seiner erschreckenden 'Betriebsblindheit' bedauern, man sollte ihn aber vor allem wegen krankhafter Arroganz und erheblichem Realitätssinn-Verlust in Therapie entlassen.

 

Um genau dieses zu tun, schicken sich in unseren Tagen stark zunehmende Zahlen von mündigen, kritisch beobachtenden und selbstbewussten Staatsbürgern an und entziehen vielen ihrer 'Auserwählten' samt Gefolgschaft jegliches Vertrauen in pflichtbewusstes und wahrhaf-tiges Streben zum Wohle des gesamten Volkes. Denn genau dieses wird schmerzhaft vermisst und man wird wohl davon ausgehen müssen, dass es von einem guten Teil jener Machtpolitiker auf lange Zeit nicht mehr aufgebaut und erhalten werden kann. Sie selbst haben es mit ihrer verloren gegangenen Moral preisgegeben.

 

Was aber ein viel zu hoher Anteil von uns Bürgern mit der allseits bekannten, aber kaum je geänderten uralten und völlig passiven Erwartungs-(bzw. Kreuzchen-)mentalität über viele Jahrzehnte in nicht geringerer Weise zur Entstehung des genannten gesellschaftspolitischen Dilemmas ebenfalls beigetragen hat, muss unten folgend  in ebenso klarer Form noch verdeutlicht werden.

 

Eines müssen wir aber alle ohne Ausnahme mit offenen Sinnen sehen:                                  In dieser Abkehr von politischen Parteien, in diesem sich abzeichnenden großen Umbruch liegen zahlreiche, ganz erhebliche Risiken, welche auch rasch in größte Gefahren für unsere Gesellschaften und ihre Kulturen abgleiten und sich verselbständigen könnten:    . . . . . . . . .

 

(Text unvollständig und nur in Teilauszügen!)

 

 

 

 

 Essays

 

-  zum inneren Lebenskosmos  - 

 

 

 

1. "Wenn das Jahr zu Ende geht"

 

 

Schon wieder neigt sich ein Jahr ganz rasch seinem Ende zu. Und erneut konnten wir es nicht abbremsen und langsamer ablaufen lassen, es schon gar nicht in den schönsten Augenblicken ganz anhalten.

 

 

Was wir aber immer können und zwar jeder Einzelne für sich, ist Folgendes:

 

Wir können jeden glücklichen Moment und jede schöne Situation im Leben durch unsere Gedanken und Gefühle so tief in uns aufnehmen und verankern, dass wir sie für immer unauslöschlich bei uns tragen und sie uns lebendig vor Augen führen können, wann immer wir es wünschen ...

 

>  Wir können uns dadurch mit jedem Menschen, mit jedem Erlebnis dauerhaft auf's Engste verbinden und diese in unsere Erlebnisgegenwart und 'Realität' hereinholen, wo und wann wir uns gerade danach sehnen ...

 

So können wir auf unsere ganz eigene Art über Vergängliches im Leben selbst verfügen und uns in gewisser Weise unabhängig machen von äußeren zeitlichen Abläufen. Es gibt nichts wirklich Vergängliches in unserem Leben, solange wir es nicht in sich selbst ruhen und damit für immer ausgeblendet lassen! ...

 

 

Was bietet sich eigentlich besser für solch nachdenkliche und vertiefte Momente an als die sogenannte 'stille Zeit' vor, an und nach Weihnachten, sofern man sie auch tatsächlich zur eigenen Reflexion und Selbstfindung nutzen möchte.

 

 

(Verfasser: Reinhard Heinz)

 

 

 

 

-  Mensch und Außenwelt  -

 

 

 

1. "Der Frühling nimmt uns mit"

 

 

Dieses haben die allermeisten Menschen schon seit Wochen wieder herbei gesehnt, jeden Morgen auf's Neue darauf gewartet, ihm endlich zu begegnen, ihn zu spüren, zu hören, zu riechen, zu sehen und mit allen körperlichen Fasern wieder aufnehmen zu können. Viel zu lange mussten wir nun schon wieder jene alles öffnende Lichtfülle, jene strahlende und so unendlich viel neues Leben ermöglichende Wärme entbehren. Wir waren gezwungen, uns durch den Schatten des Jahres zu bewegen und uns dabei nach innen zu wenden. Viel zu oft begegneten wir nur stummen Silhouetten oder abweisendem Mummenschanz. 

Nun aber sind wir überschwänglich bereit, uns ganz und gar wieder zu öffnen und uns von ihm einhüllen und mittragen zu lassen.

Wir sind alle, ob wir es wollen oder nicht, spüren oder gar nicht wahrnehmen können, ein Naturwesen!

 

 

 

II. Lyrik

                                           1. "Begegnungen"

 

 

1.1 "Alte Freunde"

 

 

 

Auf die zufälligste aller Arten

 

- gerade noch am Rande der Fassbarkeit -

 

lief man sich über den Weg,

 

zum ersten Mal nach 35 Jahren

 

und erkannte sich gleich wieder,

 

am Namen, nicht am Gesicht.

 

Andere Züge, tiefe Furchen,

 

viele vom Leben

 

und manche vom Schicksal geformt,

 

waren wohl der Grund dafür.

 

 

 

Unter allen Umständen

 

müsste man sich schon bald

 

mal richtig treffen,

 

nicht nur virtuell

 

im Kanal der tausend 'Freunde und Gesichter'.

 

Und dann in alter Freundschaft schwelgen

 

und über unendlich viel Erlebtes reden.

 

Was für eine spontane Freude auf beiden Seiten,

 

dass man sich so glücklich wieder traf!

 

 

 

Gesagt, getan und mit Termin besiegelt,

 

kam man dann zusammen,

 

ganz analog an gesellschaftlichem Ort.

 

Man knüpfte sogleich an alte Zeiten

 

in der Schule, in der Clique

 

und spürte im Innern aber schnell,

 

dass die vielen Jahre der Vergangenheit

 

große Lücken im Erinnern

 

und noch weit mehr Distanz in der Person

 

geschaffen und festgeschrieben hatten.

 

Die persönlichen Entwicklungen in diametraler Form

 

ließen keine Vertrautheit

 

oder freundschaftliche Nähe mehr zu,

 

nur Kühle und sehr vorsichtiges Taktieren.

 

Schon fast befremdlich kam man dann am Ende überein,

 

sich vielleicht bald mal wieder zu begegnen

 

im Kanal der vielen 'Freunde',

 

der Distanz wegen ja schon allein.

 

 

 

 

 

 

 

1.2  "Zufällige Freunde"

 

 

 

In der Stadt unterwegs,

 

zu Fuß mit beiden Kindern,

 

hastet eine junge Mutter

 

von einem Geschäft zum andern,

 

das Baby im Kinderwagen,

 

Einkaufstaschen in der einen,

 

die kleine Tochter schleppend an der andren Hand.

 

 

 

Unwillig weiterzulaufen,

 

lässt das Mädchen sich bald hängen

 

und dann auch weinend fallen.

 

"Was für eine Rabenmutter,

 

die um ihr Kind sich nicht kann sorgen!!"

 

So tönt es mehrfach laut und feindlich

 

aus dem Pulk vorbeiströmender 'Kopfschüttler'.

 

 

 

Doch eine Frau mit verständnisvoller Miene

 

tritt da aus dem Pulk heraus

 

auf Frau und Kinder zu,

 

nimmt das Mädchen vom Boden auf den Arm

 

und fasst die Mutter bei der Hand:

 

"Erlauben Sie mir,

 

dass zu einem Kaffee und einer frischen Milch

 

ich Sie einlade, hier gleich um die Ecke.

 

Sicher wird vieles danach leichter,

 

für jeden von uns wohl sein!"

 

 

 

 

1.3 "Beste Freunde" 

 

 

Beste Freunde sind immer in deiner Nähe.

Ganz eng begleiten sie dich

und kreuzen oft unerwartet deine Wege.

 

Sie werden nicht müde,

dir ihre Freundschaft zu bekunden

durch Tausende von Worten,

dich zu loben für dein großes Können,

dir zu sagen, welch toller Mensch und bester Freund du bist.

 

Immer auf's Neue

werden sie all das bestätigen,

solange du ihnen folgst

und dich ausrichtest nach ihren Wünschen,

ihnen zu Hilfe eilst, 

wann immer sie danach ganz laut rufen,

dabei aber stets vergessen, dich zu fragen, 

wie es dir wohl geht.

 

Eins solltest du auch noch wissen: 

Werde nicht krank, gerate nie in Not,

denn viele deiner 'besten Freunde' 

wissen sonst nicht mehr, wo du wohnst.

Nur einige sehr wenige wirst du noch ganz nahe bei dir finden,

die ohne Worte dich unterstützen, dir zur Seite steh'n.

Sie nenne "beste Freunde",

denn diese sind es wirklich!

 

 

(Autor: Reinhard Heinz)

 

 

 

 

 

 

 

                                  2. Gedanken und Worte

 

 

 

 

2.1 Worte,Worte, Worte ...

 

 

 

 

Worte werden jede Stund' gesprochen

 

 

wohl Myriaden an der Zahl.

 

 

Und gegeb'ne Worte werden viel zu oft gebrochen,

 

 

dem treuen Glauben immer nur zur tiefen Qual.

 

 

 

 

 

Sind geschrieb'ne Sätze aber dann viel besser,

 

 

wenn sie eingeschwärzt in alle Arten von Papier

 

 

dauerhaft für alle Zeiten in die Augen stechen oft wie Messer

 

 

und nur befriedigen der großen Masse flache Gier?

 

 

 

 

 

 

 

2.2 Gedanken und Wolken

 

 

 

 

Unsere Gedanken, denke daran, sind immer frei.

 

 

Sie sind die Wolken über uns, die kommen und geh'n.

 

 

Sie werden getrieben von dem, was dich bewegt und zieh'n vorbei,

 

 

bleiben selten dir lange treu, lassen sich viel lieber in die Ferne weh'n.

 

 

 

 

 

 

                                                      2.3 Wenn Gedanken drängen

 

  

 

Dieser Motor, der uns unentwegt

 

drängt, uns keine Ruhe schenkt,

 

uns ganz und gar beherrscht und lenkt

 

und so die innere Kontrolle insgesamt belegt,

 

wird gespeist von mächtigen Gefühlen und Gedanken,

 

die wir noch nicht ablegen konnten hinter echten Schranken.

 

 

 

                                                              ( Autor: Reinhard Heinz)

                                            3. Herbststimmung

 

 

 

3.1 Farben-Klang

 

 

 

Ja, es gäb' so viele herrlich schöne Worte,

 

die man über den lieblich-bunten Herbst könnt' singen.

 

Aber geht doch besser selbst hinaus und seht an beinah' jedem Orte

 

seine unsagbar wundervollen Farben und hört seine seltsam-faszinierenden Laute klingen!

 

 

 

 (Autor: Reinhard Heinz)

 

 

III. Erzählungen

 

 

 

 

 

 "Jakob meint ..."

 

 

- Satirische Anekdoten und Erzählungen aus

 

Jakobs Welt -

 

 

 

 

Autor: Reinhard HEINZ

 

 

 

(Alle drei Texte jeweils nur in  A u s z ü g e n ! )

 

 

 

 

1. "Zu viel heiße Luft"

 

 

Jakob meint, all das hätte unter gar keinen Umständen so passieren dürfen, wenn sich nur alle, aber wirklich alle Betroffenen, an die zur Zeit geltenden Naturgesetze gehalten hätten. Und da ist er sich so sicher, wie man sich als Mensch z.B. über die Tatsache nur sicher sein kann, dass man niemals von der Erde wegen ihrer Kugelgestalt herunterstür-zen würde.

Obwohl, vielleicht sollte doch die eine oder andere kleine Einschränkung erlaubt und notwendig sein. Denn zu 100 oder gar 1000 Prozent sicher können wir alle nicht sein. Denken wir doch nur einmal daran, wie viele hunderte, ja tausende von Menschen jährlich überall auf der Erde mir nichts, dir nichts verschwinden, einfach weg! Nicht eine einzige Spur wird jemals von ihnen entdeckt, trotz intensivster Suche und langer Nachforschungen. Ja bitte, wie soll man das erklären? Sie können sich nicht alle jedes Mal vollständig in Luft aufgelöst haben! Also bleibt doch logischerweise nur diese einzige Erklärung, auch wenn sie uns nicht wenig  Angst macht. Und deshalb meint eben Jakob auch, dass wir eigent-lich doch vorsichtiger mit unserer absoluten Sicherheit sein müssten. Gerade, was die immer beschworenen Naturgesetze angeht. Ob die uns da wirklich vor jedem dummen Missgeschick oder Absturz bewahren können? So manches Gesetz verlor doch in der Vergangenheit schon da oder dort an Wirkungskraft! Na schön, man hat es dann eben nachgebessert oder neu angepasst. Möglicherweise sollten wir auch einmal daran denken, das eine oder andere Naturgesetz zu verschärfen!

 

 

Vielleicht wäre es unter solchen Voraussetzungen dann tat-sächlich nie dazu gekommen, dass die vierköpfige Gruppe ei-ner Ballonfahrt in größte Bedrängnis und Lebensgefahr ge-riet. Diese war nämlich bereits in den frühen Abendstunden mit ihrem Ballon bei bestem Wetter aufgestiegen. Um der ex-trem guten Thermik an diesem Tag nicht ohne Kontrolle aus-gesetzt zu sein, nahm man erheblich mehr Ballast mit an Bord als üblich. Der Aufstieg verlief trotz allem rasant und die Gruppe konnte eine interessante Fahrt mit erfreulichen Aus-blicken genießen. Bis sie plötzlich und völlig unerwartet in ein enormes thermisches Loch sackte .....

 

 

 

 

2. „Irren ist menschlich, manchmal sogar gefährlich“

 

Jakob meint, klar, jeder Mensch könne sich einmal irren. Schließlich sei eben doch alles menschlich. Kein Problem also! Aber er ist sich keineswegs sicher, ob es auch einmal von Nutzen sein könnte. Nein, doch eher im Gegenteil. Denn kommt z.B. zu dem menschlichen auch noch technisches Irren hinzu, dann wird das Ganze nicht einfach nur nutzlos oder unnütz, nein, das kann dann sehr schnell auch tödlich wer-den. Da ist sich Jakob sogar sehr sicher, denn er hatte dies selbst kürzlich erst von einem gut bekannten Ehepaar unter vielen Tränen genauestens berichtet bekommen.

 

Jener gute Bekannte hatte da nämlich nach langer Zeit zufäl-lig einen alten Freund in der Stadt getroffen. Hoch erfreut über das Wiedersehen, lud dieser den Bekannten zu einem bal-digen Besuch bei sich zuhause ein. Und damit daraus auch bald etwas würde, gab er rasch seine Hausanschrift sowie den schnellsten und einfachsten Anfahrtsweg zu sich bekannt. Also, auf der Bundesstraße kommend, sollte er gleich die erste Abfahrt Richtung Stadt nehmen. Diese würde bald schon einige Kilometer weit durch ein längeres Waldstück führen und danach käme er zum Stadtrand, wo er sofort links einmün-den müsste, danach die fünfte Straße rechts einbiegen, um nach weiteren drei Minuten links auf einen weißen, geparkten Kleinbus zu stoßen mit der Werbeaufschrift "Wir bringen Sie ganz sicher an Ihr Ziel!". Von hier wäre es nur noch ein Katzensprung um ein paar Ecken hinüber zu seinem Haus. … Er sollte sich doch keine solche Mühe machen, unterbrach ihn der gute Bekannte, er verfüge schließlich seit Kurzem über ein super modernes Navigationsgerät in seinem Fahrzeug. Damit sei sowieso alles nur ein einziges Kinderspiel. „Na schön“, meinte noch der alte Freund, „es wird euch bestens bei uns gefallen, wir wohnen doch ganz draußen am Stadtrand. Es ist da immer äußerst ruhig. Manchmal könnte man meinen, man wäre in einer Sperrzone, so wenig Verkehr herrscht da. Und bitte eins noch: Vor unserer Hofeinfahrt haben wir, nur zum reinen Spaß, einen Schlagbaum angebracht. Der wird schon lange von allen Passanten riesig bestaunt. Ihr braucht den einfach nur hoch kippen. Und wenn ihr möchtet, gebe ich euch sogar ein paar lustige Schuss Salut zur Begrüßung ab. Das ist immer ein riesen Hallo bei jeder Ankunft, sage ich euch.“

Nun, soweit,  n o c h  gut!

 

Bereits wenige Wochen danach trat also der gute Bekannte mit seiner Frau die Anfahrt per Auto zu dem verabredeten Besuch beim Freund an. Trotz des starken Verkehrs genossen beide den Teil der Ausflugsfahrt auf der Bundesstraße, allein schon wegen ihrer fast kindlichen Vorfreude auf den Besuch. So, und die erst mögliche Abfahrt zur Stadt wurde entspre-chend richtig genommen. Nun wäre es ja gleich gar geschafft, meinten sie also. Da stellte sich in gleicher Sekunde auch schon beim Abzweig Richtung Stadt ein höchst unfreundliches und vor allem völlig unerwartetes Umleitungsschild heraus-fordernd in den Weg. Aber nach dem Motto 'Das bringt uns doch nicht um!' forderte der Bekannte auch schon gleich mögliche Alternativrouten von seinem neuen super Naviga-tionsgehirn an. Das am meisten komplex erscheinende Angebot wählte er aus und bestätigte mit den Worten: „So, und nun kannst du gleich mal richtig unter Beweis stellen, was du alles so drauf hast!“

Ja, da ließ sich das teure Gerät samt seiner frisch geloa-deten softigen Ware natürlich nicht zweimal bitten. Und schon starteten die ersten Kommandos. Optisch und akustisch, damit sich auch nicht das kleinste Missverständnis einschleichen könnte .....

 

 

 

3. "Was ist los mit den Apps?"

 

Jakob meint, es wäre grundsätzlich sehr wichtig, mit allen unmittelbaren Nachbarn gute und harmonische Beziehungen zu pflegen. Denn die eigene Lebensqualität würde schließlich zu einem guten Teil davon mit abhängen, ob man ausgeglichen und völlig aggressionsfrei aus dem Haus gehen kann und sich in gleicher Weise auch im Garten zur Entspannung betätigen oder auf der Straße vor dem Haus angenehme Gespräche führen kann.

Natürlich wäre jeder einzelne Mensch hier gefordert, dauer-haft seinen persönlichen Anteil zu einem allseits guten Ein-vernehmen mit bestem Willen beizutragen. Und sollte da oder dort einmal ein Sandkorn ins ansonsten reibungslose Getriebe bei den Beziehungen gekommen sein, so würde man eben gedul-dig abwarten, bis es sich von selbst verflüchtigt hätte oder man könnte dieses mit großem Verständnis und einem freund-lichsten Lächeln ganz unauffällig aus eigenem Antrieb wieder entfernen. In jedem Fall wäre also ein friedliches Miteinan-der mit etwas gegenseitigem Verständnis stets möglich.

 

Was in aller Welt aber kann solches noch gewährleisten, wenn nachbarliche Geräte und Computer es überhaupt nicht mehr zu-lassen und plötzlich nach ihren ganz eigenen Regeln handeln? Da ist guter Rat sehr teuer, so weiß Jakob von einem Bekann-ten zu berichten, dessen elektronische Systeme einen über-mächtigen 'Fehde-Handschuh' mitten in die bisher ausgezeich-neten nachbarschaftlichen Beziehungen geworfen hatten.

 

 

Alles begann - wie so oft - mit lauteren und besten Absich-ten, frei von jedem eigennützigen oder bösen Antrieb .....

 

 

(Autor: Reinhard Heinz)